Hector

Bei der Arbeit an der Website für das Tierheim Oldenburg fiel mir Hector auf. Nicht direkt auf der Website, sonder beim Import der Daten aus der alten Datenbank, denn dort tauchte er unter den Fällen mehrfach innerhalb eines Jahres auf. Zuerst dachte ich an einen Fehler, aber es stellte sicher heraus, dass die mehrfachen Einträge leider einfach nur Realität waren. Hector wurde immer wieder zurückgebracht, weil er nicht zutraulich werden wollte.

Okay, ich habe ein wenig Erfahrung mit Katzen und wahrscheinlich liegt es daran, dass ich nicht nachvollziehen kann, wie man auf die Idee kommen kann, dass sich eine scheue Katze innerhalb von zwei oder drei Monaten in einen Schmusetiger verwandeln könnte. Ohne Geduld wird das nichts und machmal bleibt so ein Tier ein Leben lang scheu. Krümel brauchte Jahre und wurde erst in ihren letzten Monaten wirklich zutraulich und verschmust (dafür dann aber sehr).

Auf der anderen Seite wurden mir Pauline und Pepper auch als sehr scheu angekündigt, aber Pauline hatte innerhalb von nicht mal einem Tag beschlossen, dass sie mir vertrauen könne und mein Bauch ein prima Ort zum Schlafen wäre. Pepper hat ein paar Monate gebraucht, möchte aber inzwischen auch dann und wann mal gestreichelt werden, aber sie bevorzugt immer noch etwas Abstand. Sie ist zwar immer in meiner Nähe, aber streicheln ist nicht so ihr Ding – und ich bin damit fein.

Und jetzt Hector. Hector ist jetzt seit Anfang September bei uns, kommt soweit gut mit Pepper und Pauline klar und sie mit ihm. Wobei er es den beiden Damen auch einfach gemacht hat, er hat sich einfach direkt untergeordnet. Er hat auch akzeptiert, dass ich ebenfalls hier wohne 😉 Die erste Woche war er komplett auf Tauchstation und wollte sich nicht zeigen. Nur beim Futtern und gelegentlich auf dem Weg zum Katzenklo war er mal zu sehen. Das hat sich aber schnell gegeben. Inzwischen bewegt er sich hier durch die Wohnung als wäre es seine. Er rennt nicht mehr sofort weg, wenn ich ihm zu nahe komme – und „zu nahe“ sind inzwischen keine 5 Meter mehr, sondern nur noch 50cm. Habe ich den richtigen Katzennaschkram in der Hand und sitze einfach nur da, dann reduziert sich der Abstand sogar auf Null. Er verbringt sehr viel Zeit in meiner Nähe, beobachtet mich, blinzelt mir zu und „spricht“ mich auch immer wieder an. Ein paar Mal hat er auch schon mit im Bett gelegen – selbstverständlich mit Abstand 😊 Eine Stunde lag er auch schon schnurrend auf meinem Bein und immer wieder fordert er mich auf mit ihm zu spielen. Bei zwei Gelegenheiten kam er auch tatsächlich zu mir, drückte sich an mich und liess sich streicheln – es waren Handwerker in der Wohnung. Ich hatte den Eindruck, dass er befürchtet hatte, wieder mitgenommen zu werden.

Nein, er ist immer noch kein Schmusetiger geworden und ich erwarte auch nicht, dass er das jemals wird. Aber er fühlt sich offensichtlich wohl bei uns und das ist für mich die Hauptsache. Selbstverständlich wird er im Laufe des Jahres auch zu Pauline und Pepper auf den Arm kommen.

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